Chronik

 


Seit
August 1928 trafen sich die Schachspieler regelmäßig wöchentlich im Café Odeon (Elbestraße in Rüsselsheim, Café gibt es heute nicht mehr). Zu Anfang ein kleiner Kreis, der sich aber im laufe der Zeit erweiterte. Im Februar 1929 wurde ein provisorischer Verein ins Leben gerufen. Man begann seine Kräfte mit anderen Schachvereinen zu messen. Der Verein spielte zweimal gegen Raunheim und suchte danach die Verbindung zum Schachclub Flörsheim. Die Gründungsversammlung war am 15.05.1929. Die Leitung der Versammlung übernahm Herr Peter Gassner.

Tagesordnung:

1. Festsetzung der Statuten

2. Wahl des Vorstandes

3. Wahl eines Lokals zur Austragung von Turnieren

4. Aufnahme neuer Mitglieder

Die vom Vorstand entworfenen Statuten wurden nach Bekanntgabe und kurzer Debatte ohne wesentliche Änderung angenommen. Insgesamt gehörten danach 22 Mitglieder dem Schachverein Rüsselsheim an. Die Spielabende fanden weiterhin im Cafe Odeon bis September 1929 statt. In diesem Monat zog der Verein in die Wirtschaft Reitz (Friedrichshöhe) um. Besonders ist zu erwähnen, das von 1934 bis 1938 in viermaliger Reihenfolge die Main-Taunus- Schachvereinigungsmeisterschaft errungen wurde.

Nachdem in den Kriegsjahren der Spielbetrieb etwas gedrosselt wurde, folgt im Jahre 1949 die Neuzulassung des Vereins, der dann seine Schachtätigkeit wieder normal aufnahm. Neben den vereinsinternen Turnieren wurden Freundschaftsspiele, Verbandsspiele und Städtewettkämpfe mit wechselnden Erfolgen ausgetragen. Zum 25jährigen Jubiläum 1954 fand neben anderen Veranstaltungen ein Großereignis statt. Schachländerkampf Deutschland gegen Jugoslawien. Dies war für den Verein eine große Ehre und brachte großen Werbeerfolg für das Schachspiel. Es spielten Aljechin, Bogoljubow, Olafson, Petrosjan, Estrin, Botwinik u. a.

Im Jahre 1965 wurde der Schachverein ins Vereinsregister (e. V.) eingetragen. Gleichzeitig wurde die Vereinssatzung ausgearbeitet. 1968 fand eine Veranstaltung mit dem Weltmeister Tigran Petrosjan statt. Der Weltmeister und IGM Keres traten an je 34 Brettern simultan an.

1969 wurde das 40jährige Jubiläum gefeiert. Ein Jubiläums-Vierermannschafts-Blitz-Turnier wurde ausgetragen und alle führenden Vereine aus dem Rhein-Main-Gebiet dazu eingeladen. Insgesamt beteiligten sich 27 Mannschaften aus 15 Vereinen.

Bei den Mannschaftswettkämpfen waren die Leistungen recht wechselhaft. Gute Einzelleistungen und geschlossene Mannschaftsleistungen wechselten mit Wettkampfresultaten, die gelegentlich alle Zielprojektionen über den Haufen warfen. Immer mehr macht sich dabei auch der fehlende Nachwuchs bemerkbar. Ab April 1970 wurden daher wieder neue Maßstäbe in der Jugendarbeit gesetzt. Der größte Erfolg war zweifellos die Erringung der hessischen Schülermeisterschaft 1973. Die Jugendverbandsmannschaftsmeisterschaft 1974 absolvierte der Nachwuchs ungeschlagen und musste sich nur wegen eines schlechteren Brettpunkteverhältnisses mit der Vizemeisterschaft begnügen. Es wurden noch weitere Erfolge durch die Jugend erreicht.

Viele Jahre später ging die erfolgreiche Jugendarbeit zurück. So tritt der Schachverein nur noch mit zwei Mannschaften an. Die erste in der Main-Taunus-Liga und die zweite in der Bezirksklasse C. Als besonderen Höhepunkt ist die Feier zum 70jährigen Jubiläum 1999 zu erwähnen, die gemeinsam mit unseren ungarischen Schachfreunden stattfand. Gleichzeitig wurde die Rüsselsheimer Stadtmeisterschaft ausgetragen. 

Für das Jahr 2001 ist besonders der Gewinn der Meisterschaft in der Bezirksklasse C zu erwähnen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung und das fast immer vollständige Erscheinen aller Spieler trugen zu diesem Erfolg bei.

Wir schreiben das Jahr 2004 und feiern das 75 jährige Bestehen unseres Vereins.

Im Mai 2006 wurde das 15jährige Bestehen der Rüsselsheimer Städtepartnerschaft mit Kecskemét (Ungarn) gefeiert. Der Schachverein Rüsselsheim nahm mit einer kleinen Delegation in Ungarn teil.